MEMETERIA by Thomas May

Music & the Arts

For Halloween: Mendelssohn’s Die erste Walpurgisnacht

Here’s some music from “the other Halloween” that doesn’t get so much rotation (even though Walpurgisnacht is actually celebrated on 30 April). Mendelssohn set the Goethe poem Die erste Walpurgisnacht as a cantata, the first version of which premiered in early 1833, the year after Goethe’s death.

Mendelssohn described it as “a grand cantata with full orchestra. … [W]hen the watchmen make a ruckus with their prongs and pitchforks and owls, there is also the witches’ spookiness, and [you] know that I have a particular fondness for that … ”

Mendelssohn’s complete cantata consists of:

  • Ouvertüre: Das schlechte Wetter – Der Übergang zum Frühling (Overture: Bad weather – Transition to Spring)
  1. “Es lacht der Mai” (May is in full bloom): tenor & chorus of Druids & people.
  2. “Könnt ihr so verwegen handeln?” (Could you be so rash, so daring?): alto, old woman, & chorus of wives of the people.
  3. “Wer Opfer heut zu bringen scheut” (Whoever fears to sacrifice): baritone, priest, & chorus of Druids.
  4. “Verteilt euch, wackre Männer, hier” (Divide your forces, valiant men): chorus of Druid watchmen.
  5. “Diese dummen Pfaffenchristen” (Christians and their priests are witless): bass, watchman, & chorus of watchmen.
  6. “Kommt mit Zacken und mit Gabeln” (Come with prongs and pitchforks): chorus of Druids and people.
  7. “So weit gebracht, dass wir bei Nacht” (It’s come so far that now by night): baritone, priest, & chorus of Druids and people.
  8. “Hilf, ach hilf mir, Kriegsgeselle” (Help, oh help me, comrade): tenor & chorus of Christian watchmen.
  9. “Die Flamme reinigt sich vom Rauch” (The flame cleanses itself of smoke): baritone, priest, & chorus of Druids and people

Goethe’s poem is as follows:

Die erste Walpurgisnacht

Ein Druide
Es lacht der Mai!
Der Wald ist frei
Von Eis und Reifgehänge.
Der Schnee ist fort;
Am grünen Ort
Erschallen Lustgesänge.
Ein reiner Schnee
Liegt auf der Höh';
Doch eilen wir nach oben,
Begehn den alten heil'gen Brauch,
Allvater dort zu loben.
Die Flamme lodre durch den Rauch!
So wird das Herz erhoben.
 
Die Druiden
Die Flamme lodre durch den Rauch!
Begeht den alten heil'gen Brauch,
Allvater dort zu loben!
Hinauf! Hinauf nach oben!
 
Einer aus dem Volke
Könnt ihr so verwegen handeln?
Wollt ihr denn zum Tode wandeln?
Kennet ihr nicht die Gesetze
Unsrer harten Überwinder?
Rings gestellt sind ihre Netze
Auf die Heiden, auf die Sünder.
Ach, sie schlachten auf dem Walle
Unsre Weiber, unsre Kinder,
Und wir alle
Nahen uns gewissem Falle.
 
Chor der Weiber
Auf des Lagers hohem Walle
Schlachten sie schon unsre Kinder.
Ach, die strengen Überwinder!
Und wir alle
Nahen uns gewissem Falle.
 
Ein Druide 
Wer Opfer heut
Zu bringen scheut,
Verdient erst seine Bande.
Der Wald ist frei!
Das Holz herbei,
Und schichtet es zum Brande!
Doch bleiben wir
Im Buschrevier
Am Tage noch im Stillen,
Und Männer stellen wir zur Hut
Um eurer Sorge willen.
Dann aber lasst mit frischem Mut
Uns unsre Pflicht erfüllen!
 
Chor der Wächter 
Verteilt euch, wackre Männer, hier
Durch dieses ganze Waldrevier
Und wachet hier im stillen,
Wenn sie die Pflicht erfüllen!
 
Ein Wächter 
Diese dumpfen Pfaffenchristen,
Lasst uns keck sie überlisten!
Mit dem Teufel, den sie fabeln,
Wollen wir sie selbst erschrecken.
Kommt! Mit Zacken und mit Gabeln,
Und mit Glut und Klapperstöcken
Lärmen wir bei nächt'ger Weile
Durch die engen Felsenstrecken.
Kauz und Eule
Heul' in unser Rundgeheule!

Chor der Wächter
Kommt mit Zacken und mit Gabeln
Wie der Teufel, den sie fabeln,
Und mit wilden Klapperstöcken
Durch die leeren Felsenstrecken!
Kauz und Eule
Heul in unser Rundgeheule!

Ein Druide 
So weit gebracht,
Dass wir bei Nacht
Allvater heimlich singen!
Doch ist es Tag,
Sobald man mag
Ein reines Herz dir bringen.
Du kannst zwar heut
Und manche Zeit
Dem Feinde viel erlauben.
Die Flamme reinigt sich vom Rauch:
So reinig' unsern Glauben!
Und raubt man uns den alten Brauch;
Dein Licht, wer will es rauben!
 
Ein christlicher Wächter 
Hilf, ach hilf mir, Kriegsgeselle!
Ach, es kommt die ganze Hölle!
Sieh, wie die verhexten Leiber
Durch und durch von Flamme glühen!
Menschenwölf' und Drachenweiber,
Die im Flug vorüberziehen!
Welch entsetzliches Getöse!
Lasst uns, lasst uns alle fliehen!
Oben flammt und saust der Böse,
Aus dem Boden
Dampfet rings ein Höllenbroden.
 
Chor der christlichen Wächter 
Schreckliche verhexte Leiber,
Menschenwölf' und Drachenweiber!
Welch entsetzliches Getöse!
Sieh, da flammt, da zieht der Böse!
Aus dem Boden
Dampfet rings ein Höllenbroden!
 
Chor der Druiden 
Die Flamme reinigt sich vom Rauch:
So reinig' unsern Glauben!
Und raubt man uns den alten Brauch;
Dein Licht, wer kann es rauben!

Filed under: Goethe, Mendelssohn

Faust, Sort of…

This is Frank Castorf, aafter all. Yes, a weird way to spend Easter weekend…

“In ihren scharfen Zügen hat sich endlich auch das Weibliche vom ewig Weiblichen befreit. Weshalb am Ende, wenn die Männer infantilisiert kapitulieren, eben auch nicht ein ewig Weibliches Erlösung bringt, sondern eine Varieté-Tänzerin dafür sorgt, dass der Laden irgendwie weiter läuft.”  (Die Welt)

Filed under: Berlin, directors, Goethe, Volksbühne

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